Ruinart

Das älteste noch existierende Maison – Chardonnay-geprägte Weine in exzellentester Qualität

Grösse: 14 Hektar Anbaugebiet
Jahresproduktion: 150’000 Flaschen
Trauben: Chardonnay, Pinot Noir & Pinot Meunier

Die Geschichte dieses traditionsreichen Champagner-Hauses fällt mit der Geburt des Champagners selbst zusammen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erfuhr der Benediktinermönch Dom Thierry Ruinart, Freund und Vertrauter von Dom Pérignon, das wertvolle Geheimnis der Herstellung von “moussierendem” Wein in der Abtei von Hautvillers. Dieses Geheimnis gab er an seinen Neffen Nicolas Ruinart weiter.

Dieser stammte aus einer bürgerlichen Familie von Tuchhändlern aus der Champagne. Während seiner Handelsreisen in Europa erkannte er das Zukunftspotential für die Produktion von Champagner. Er begriff schnell die wachsende Begeisterung an den aristokratischen Höfen für diesen prickelnden Wein.

Aber er musste auf den königlichen Erlass vom 25. Mai 1728 warten, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Mit diesem Erlass erlaubte der König den Transport von Wein in Flaschen. Vor diesem Zeitpunkt konnte der Wein nicht in Flaschen, sondern nur in Fässern transportiert werden, was für Champagner-Wein undenkbar war. Im Jahre 1729 gründete dann Nicolas sein Champagner-Haus Ruinart.

Die ersten Flaschen-Sendungen – man würde dies heute als Werbegeschenke bezeichnen – gingen an Tuchhändler. Er stellte schnell fest, dass das Weingeschäft einträglicher war als das Tuchgeschäft. In den Häfen ersetzten Champagnerkörbe mit Flaschenwein auf den Schiffen sehr schnell Stoffballen und Tuchrollen. Das Geschäft lief so gut, dass ab 1735 der Verkauf von Champagner die einzige Tätigkeit des Hauses Ruinart war.

Die Verantwortlichen des Hauses Ruinart wussten auf brillante Weise politisches Geschehen mit Champagner-Handel zu verbinden. So war Claude Ruinart, Sohn des Gründers, Berater des Königs Ludwig des XVI. Einige Jahre später empfing sein Sohn Irénée, Bürgermeister von Reims, die Kaiserin Marie-Louise und Napoleon I. auf seinem Schloss Grand Sillery. Er war es auch, der Karl den X. empfing, den letzten König Frankreichs, als dieser in der Kathedrale von Reims gekrönt wurde.

Bis 1969 war Ruinart im Familienbesitz, danach ging es erst an Moët & Chandon und wurde später Teil des LVMH Konzerns. Bei einem eigenen Rebflächenbesitz von ca. 14 Hektar und einem jährlichen Absatz von ca. 150’000 Flachen, zählt Ruinart eher zu den kleineren Champagnerhäusern, hebt sich aber von den Massen durch höchste Qualität ab.